Mailand, Rom, Florenz, Venedig – es gibt zahlreiche Gründe, sich in Italien zu verlieben. Denn die großen Städte des Landes haben von Kunst und Kultur, über köstliches Essen bis hin zum aufregenden Nachtleben viel zu bieten. Doch einen Nachteil gibt es. Gerade zur Hochsaison sind diese beliebten Urlaubsziele hoffnungslos überlaufen. Allein aus diesem Grund lohnt es sich, die weniger bekannten Orte des Landes und damit neue Facetten Italiens zu entdecken.

Es gibt Orte in Italien, die zu den meistbesuchten Reisezielen der Welt zählen. Und diese Popularität hat durchaus ihre Berechtigung. Doch als Tourist ist man hier einer unter vielen. Und die Hotspots sind nicht selten überteuert und überlaufen. Dabei können italienische Lebensart, Kulinarik, Architektur, Geschichte, Kunst und Kultur an ruhigeren, unbekannteren Orten mindestens genauso gut erlebt werden. Denn es gibt sie noch, die Geheimtipps in Italien, die letztendlich Herz und Seele des Landes sind.

1.    Alberobello – im Absatz des italienischen Stiefels

In Apulien nahe Bari, liegt die zauberhafte Stadt Alberobello. Alberobello wurde aufgrund seiner einzigartigen Schönheit bereits 1996 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Das Stadtbild ist geprägt durch die sogenannten Trulli, kleine, weißgetünchte Rundhäuser mit Kegeldach. Die ältesten Trulli sind bereits 300 Jahre alt. Erzählungen nach wurden die Gebäude in ihrer besonderen Form gebaut, damit sie nicht als richtige Häuser angesehen werden und die Bewohner sich damit Steuern sparen konnten. Durch die Trulli wirkt Alberobello wie aus einer anderen Welt, einer Märchenwelt. Die Häuser bilden ein Labyrinth aus engen Gassen und Gässchen, unterbrochen von pittoresken Plätzen. Von einem Aussichtspunkt bekommen Besucher einen herrlichen Blick über die Stadt, deren Dächer von hier aus wie Zipfelmützen zwischen den Olivenhainen herausragen.

2.    Trient – Städtetrip

Ein hervorragendes Ziel für einen Städtetrip nach Italien ist Trient, die Hauptstadt der Region Trentino. Trient liegt in Italiens Norden, im südlichen Teil der Region Trentino-Südtirol. Die Stadt Trient ist weniger anstrengend als Touristen-Hotspots wie Rom oder Mailand und steht den Metropolen in Sachen Kultur, Kunst und Essen dennoch in nichts nach. Dabei lässt sich jedoch die herrlich entspannte Atmosphäre, die uns eigentlich so typisch italienisch scheint, umso besser erleben. In Trient wandeln Besucher über kopfsteingepflasterte Straßen und kleine Gassen, entdecken beeindruckende Gebäude wie das Schloss Buonconsiglio, Galerien und Fresken. Auf Trients Hauptplatz liegt die prachtvolle Kathedrale. In ihrem Schatten trinkt man gerne einen Kaffee oder Aperitif.

3.    Bergamo – im Norden Italiens

Wir bleiben noch einen Augenblick in Norditalien, bewegen uns nun aber ein Stück weiter nach Westen, genauer gesagt nach Bergamo. Neben Mailand ist Bergamo der wahre Höhepunkt der Lombardei. Zu Unrecht wird die Stadt von Italienreisenden oft ignoriert und auf dem Weg nach Milano einfach links liegen gelassen. Dabei gehört Bergamo zu den schönsten und romantischsten Städten des Landes. Wie eine Königin, umgeben von mächtigen Stadtmauern, thront Bergamo auf einem Hügel. Zu entdecken gibt es alte Paläste und zauberhafte Plätze, den berühmten Glockenturm, den Campanone, das Donizetti-Museum und die Basilika Santa Maria Maggiore. In den Gassen der Altstadt lässt es sich zudem wunderbar bummeln und flanieren. In einem der kleinen Cafés kann man hervorragend Rast machen und das Treiben der Stadt beobachten.

4.    Matera, Massafra und Castellaneta – Italiens Süden

Begeben wir uns nun noch einmal in Italiens Süden. Denn hier liegt nicht zuletzt Matera, das seit seiner Ernennung zur Kulturhauptstadt 2019 zwar bekannter geworden, aber noch immer nicht so überlaufen ist wie andere italienische Städte. Wen eine Unterkunft in Matera aufgrund der in den vergangenen Jahren erheblich gestiegenen Preisen abschreckt, nimmt sich ein Hotel im nahe gelegenen Massafra oder Castellaneta, die weiter abseits der ausgetretenen Pfade liegen, aber dennoch zahlreiche Attraktionen bieten. Massafra ist für die Burg und das alte Viadukt bekannt. Zudem gibt es in der Gegend traumhafte Strände zu entdecken.

Ein Besuch in Matera ist jedoch auch von einem der Nachbarorte aus ein Muss. Denn Matera ist eine der am längsten bewohnten menschlichen Siedlungen der Welt. Hier liegen die Sassi, höhlenähnliche Behausungen, die noch gar nicht allzu lange unbewohnt sind.

5.    Tropea – an der Küste des Tyrrhenischen Meeres

Ähnlich wie Apulien auf der anderen Seite, ist Kalabrien ein Gebiet, an dem sich entspannte Strandtage am azurblauen Wasser genießen lassen. Die Region ist zwar weniger von internationalen Touristen überlaufen, im Hochsommer füllen sich die Strände jedoch mit einheimischen Urlaubern. Kein Wunder, klettern die Temperaturen in Kalabrien zu dieser Zeit doch auf über 30 Grad und versüßen nicht selten 10 Sonnenstunden den Tag. Das sind die perfekten Voraussetzungen für einen Badeurlaub und eine Abkühlung im Tyrrhenischen Meer.

Eines der idyllischsten Städtchen in Kalabrien ist Tropea. Kein geringerer als Herkules soll diesen Ort entdeckt haben. Besonders wird Tropea vor allem durch die berühmte Kathedrale, zu deren Füßen sich der weiße Sandstrand befindet. Wem es am Strand dann doch einmal zu heiß wird, der zieht sich in den Schatten der gut erhaltenen Altstadt von Tropea zurück und lässt sich eine Pizza in einer Trattoria schmecken. Diese sollte unbedingt mit Zwiebeln belegt sein, denn auf die in der Gegend angebauten süßlichen Cipolla Rossa ist man hier besonders stolz.