Eines der erstaunlichsten Museen Amsterdams ist Ons‘ Lieve Heer op Solder, was auf deutsch: „Unser lieber Herr auf dem Dachboden“ bedeutet. Dahinter steckt ein typisches Amsterdamer Grachtenhaus aus dem 17. Jahrhundert, das als Wohnhaus konzipiert, über zweihundert Jahre hinweg gläubigen Katholiken in Amsterdam als Kirche diente.

Während der Reformationszeit war es den Katholiken in Holland verboten, Messen abzuhalten. So entstanden überall in Amsterdam geheime Andachtsorte, von denen „Ons‘ Lieve Heer op Solder“ das am besten erhaltene Zeugnis ist. 1888 wurde in der Nähe des Amsterdamer Hauptbahnhofs die katholische Kirche Sankt Nikolaas erbaut. Ons‘ Lieve Heer op Solder wurde damit in seiner Funktion als geheimer Kultort für Katholiken nicht mehr benötigt und zum Museum umgewidmet. Die Ausschmückung der Räume mit eindrucksvollen Marmorböden und Delfter Kacheln beeindrucken den Besucher auf den ersten Blick. Bei genauerer Betrachtung fällt dem Besucher auch die katholische Prägung des Interieurs auf. Auf den Bildern sind Motive wie die Jungfrau Maria oder auch Repräsentanten der vorreformatorischen Vergangenheit der Stadt erkennbar.

Geschichte der Kirche Ons Lieve Heer op Solder

Als Kirche entpuppt sich der Bau allerdings erst, wenn man den Dachboden betritt. Ein riesiger Altar bildet den Mittelpunkt des Kirchenraumes, der für etwa 150 Gläubige Platz bot. Prächtige Gemälde und Statuen erzeugen eine sakrale Atmosphäre, die neuerdings auch wieder als Gotteshaus genutzt wird. Und manch nostalgisches Paar sucht sich Ons‘ Lieve Heer op Solder als Kiche für die Trauung aus.

Ons‘ Lieve Heer op Solder befindet sich am Oudezijdse Voorburgwal 40, nur wenige Minuten vom Hauptbahnhof entfernt. Die Straßenbahnlinien 4,9, 16,24,25 halten in unmittelbarer Nähe (Nieuwmarkt).

Geöffnet ist das Museum Montag bis Samstag von 10:00 bis 17:00 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 13:00 bis 17:00.