Beim Besuch der thailändischen Hauptstadt Bangkok müssen sich Besucher zukünftig vorsehen. Das Elefantenfüttern wird seit Mitte Juli 2010 mit einer Geldstrafe von umgerechnet 240 Euro bestraft. Hintergrund dieser neuen Regelung ist, dass in letzter Zeit viele Elefantenführer (Mahouts) mit ihren Tieren in die Großstädte ziehen und gegen ein geringes Entgelt Elefantenfutter an Touristen verkaufen. Diese dürfen dann das Futter an die Elefanten verfüttern. Die Behörden sind der Auffassung, dass dadurch die Sicherheit in den Städten und die Gesundheit der Tiere beeinträchtigt werden.

In Indien leben mehr als 2.400 gezähmte Elefanten. Die Tiere und ihre Führer haben schon seit jeher die Aufgabe der Waldrodung übernommen. Nachdem aber deren Einsatz landesweit erheblich zurückgegangen sind, stehen Elefanten und deren Mahouts ohne Erwerbseinkommen dar. Daher haben viele Elefantenführer in dem Tourismus eine neue Erwerbsquelle gefunden, indem sie Fütterungstouren durch die Großstädte anbieten. Obwohl auch für die Mahouts diese Touren verboten sind und mit Gefängnis bestraft werden, gelingt es doch den meisten von ihnen, an weniger überwachten Stellen ein Elefantenfüttern anzubieten.

Die Behörden sind sich zwar der verarmten Lage der Mahouts und ihrer Elefanten bewusst, geben aber auch zu bedenken, dass Elefanten in den engen Straßen Passanten verletzen können. Zudem sind die Dickhäuter unentwegt Autoabgasen und anderen schädlichen Verkehrseinflüssen ausgesetzt. Tiere, die schon seit längerer Zeit auf solchen Städtetouren unterwegs sind, leiden an Tuberkulose und Verletzungen an den Beinen. Tierschützer begrüßen daher dieses Vorgehen der Behörden. Wenn Sie sich also demnächst in Bangkok aufhalten, so wundern Sie sich bitte nicht über die Fütterungsverbotsschilder, die an vielen Sehenswürdigkeiten aufgestellt sind.